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Kurzbeschreibung
Sebastian Haffner berichtet über die Methoden Hitlers und der Naziführer, die Macht zu ergreifen und für sich zu sichern. Er beschreibt die vielen kleinen Nazis und ihre loyalen Mitläufer, erklärt die Gründe für das Stillhalten der nicht-loyalen Bevölkerung, analysiert den Zustand der Opposition und skizziert mögliche künftige Aufgaben der Emigranten. So entsteht ein authentischer Querschnitt der Bewußtseinslage der deutschen Bevölkerung während der ersten Jahre der Naziherrschaft in Deutschland.
Erste ungekürzte deutsche Ausgabe.Nachdem er 1938 ins englische Exil gegangen war, setzte Sebastian Haffner sich intensiv mit dem Nationalsozialismus in Deutschland auseinander. Er analysierte die Persönlichkeit Hitlers und seiner Unterstützer, benannte die Widersprüchlichkeit der nationalsozialistischen Doktrin und Propaganda, beschrieb die Situation innerhalb der Bevölkerung und gab einen weitsichtigen Ausblick auf die Zeit nach dem Krieg. Sein Anliegen war, die Lage Deutschlands differenziert wiederzugeben und die Dringlichkeit eines raschen und harten Vorgehens der Westmächte deutlich zu machen. Bei seiner Analyse versuchte er, so objektiv wie möglich vorzugehen, eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen und vor allem nichts zu beschönigen. Der Titel Jekyll&Hyde bringt dieses Bemühen zum Ausdruck: Haffner bediente sich der Erzählung von Robert Louis Stevenson, um das tägliche Doppelleben der loyalen Bürger zu beschreiben, die zwar keine bekennenden Nationalsozialisten ware
n, das Regime aber stillschweigend akzeptierten. Germany: Jekyll and Hyde , das nun erstmals in ungekürzter Fassung vorliegt, macht deutlich, wie viel die Deutschen hätten wissen können. Eine beklemmende Lektüre, insbesondere wenn man sich vor Augen hält, dass dieses Buch noch vor Ausbruch des Krieges verfasst wurde.
Über den Autor
Geboren wurde Raimund Pretzel im damaligen Bezirk Prenzlauer Berg. Nach Abschluss des Gymnasiums studierte er Jura und trat anschließend in den Staatsdienst ein. Er verließ diesen aber bereits 1933 aus Protest gegen den nun an die Macht gekommenen Nationalsozialismus. Er emigrierte im August 1938 nach England, wo seine jüdische Verlobte bereits auf ihn wartete. Hier schrieb er mit Germany: Jekyll and Hyde eine in politischen Kreisen viel beachtete Analyse der innerdeutschen Verhältnisse. Um seine in Deutschland verbliebene Familie nicht zu gefährden, legte er sich das Pseudonym Sebastian Haffner zu. Unter seinem Mentor David Astor schrieb Haffner für den Londoner Observer die nächsten 19 Jahre und stieg zeitweilig zum heimlichen Chefredakteur auf. Haffner stand hinter den demonstrierenden Studenten der 68er-Bewegung.