Amazon.de Audiobook-Rezension
Der amerikanische Traum lebt: Kurz nach dem 2. Weltkrieg begann ausgerechnet in einem kleinen Ort namens Hope ein Leben, in dem sich sämtliche Hoffnungen erfüllen sollten. Aus eher bescheidenen Verhältnissen kommend, startete William Jefferson Clinton eine strahlende politische Karriere: mit 32 Jahren jüngster Gouverneur der USA, später acht Jahre lang mächtigster Mann der Welt. Dabei hatte ihm ein Studienkollege abgeraten, Politiker zu werden -- zu weich sei er dafür, er solle lieber Schriftsteller werden. Dass an Bill Clinton ein großer Literat verloren gegangen ist, möchte man anhand seiner Biografie allerdings nicht behaupten. Zwar durchaus flüssig und ansprechend erzählt, vermisst man andererseits teilweise den roten Faden und die Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Diesen Vorteil zumindest hat das Hörbuch: Die über 1400 Seiten der Buchausgabe sind stark gekürzt worden, um auf 7 CDs Platz zu finden. Das hat dem Text sicher nicht geschadet, noch immer bekommt man einen Eindruck, wie ereignisreich und prallgefüllt so ein Politikerleben ist. Im englischen Original liest der Ex-Präsident höchstpersönlich das Hörbuch. Da musste natürlich auch eine starke deutsche Stimme her -- man hat mit Christian Brückner gleich die beste genommen. Wie der Mann das macht, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich könnte er auch ein Telefonbuch so vorlesen, dass es ein Genuss ist. Dass er von Natur aus eine unverkennbare und interessante Stimme hat, ist es nicht allein. Intonation, Betonungen, Pausen, da stimmt einfach alles!
Geschickte Kürzungen und ein wie immer genialer Christian Brückner: in diesem Fall ist das Hörbuch der Printausgabe eindeutig vorzuziehen -- und ausnahmsweise sogar günstiger.
Spieldauer: ca. 483 Minuten, 7 CDs, autorisierte Lesefassung --Christian Stahl
Kurzbeschreibung
Jüngster Gouverneur, neuer Kennedy, politisches Naturtalent, charismatischer Visionär der 42. Präsident der Vereinigten Staaten ist einer der facettenreichsten und interessantesten Männer der Welt. Acht Jahre lang prägte er nicht nur die Innenpolitik eines damals vielleicht besseren Amerika, sondern dominierte auch die internationale Bühne. Ein Vollblutdemokrat, der die Massen bewegt und polarisiert hat. Hier erzählt er von seinen schwierigen Familienverhältnissen: Vater vor seiner Geburt gestorben, Stiefvater entpuppt sich als prügelnder Alkoholiker, seine Zeit am College und in England (Oxford), die schwierige Entscheidung sich nicht für den Vietnamkrieg einziehen zu lassen, da er Krieg im allgemeinen und diesen im besonderen ablehnt (aber andererseits auch nicht zu verweigert, um eine politische Karriere nicht zu gefährden), seine Ehe mit Hillary, von Wahlkämpfen, Siegen und Niederlagen (die sind besonders sympathisch geschildert), sein Verhalten in der Lewinsky-Affäre, seine politischen Ziele und die positive Bilanz seiner achtjährigen Amtzeit als Präsident.
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