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Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg 1904 - 1908 in Namibia und seine Folgen
 
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Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg 1904 - 1908 in Namibia und seine Folgen (Taschenbuch)

von Jürgen Zimmerer (Autor), Joachim Zeller (Autor)
5.0 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg 1904 - 1908 in Namibia und seine Folgen Kolonialschuld und Entschädigung: Der deutsche Völkermord an den Hereros (1904 - 1907)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Links; Auflage: 1 (5. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3861533030
  • ISBN-13: 978-3861533030
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 16,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung
Das historische Buch Mit Strömen von Blut Ein Sammelband zum deutschen Kolonialkrieg in Namibia Fünfzigtausend Tote: Erschossene, Verdurstete. Ein Krieg, den knapp zwei Drittel der aufständischen Hereros nicht überlebten. – War der vor hundert Jahren geführte Krieg deutscher Soldaten in Südwestafrika ein Genozid? Die Herausgeber und Autoren des Bandes «Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg (1904 bis 1908) in Namibia und seine Folgen» sehen es so. Es habe sich, so Jürgen Zimmerer, um einen «Massenmord an Männern, Frauen und Kindern, Kriegern und Nicht-Kriegern, Alten und Jungen» gehandelt; um einen Massenmord, «den auch die militärischen Verantwortlichen in Berlin (...) als völlig normal empfanden und den keiner zu vertuschen suchte». Die Äusserungen der deutschen Militärs belegen diese Einschätzung. Nicht anders als «mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit» sei den Aufständischen beizukommen, befand der Oberbefehlshaber der deutschen Truppen, Lothar von Trotha; «mit Strömen von Blut» werde man «die aufständischen Stämme» vernichten. Rassistische Vernichtungspolitik Durchaus, so die Herausgeber weiter, lasse sich der Feldzug gegen die Hereros auch als Vorspiel der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik deuten. Denn der Massenmord fand erst statt, als der eigentliche Aufstand der gegen ihre fortschreitende Vertreibung aufbegehrenden Hereros längst niedergeschlagen war. Nach der entscheidenden Schlacht im August 1904 trieben die deutschen Truppen die Hereros in die Omaheke, ein trockenes Sandgebiet, um sie dort verdursten zu lassen. Die Wüste, so ein Zeitzeuge, sollte fortsetzen, «was die deutschen Waffen begonnen hatten: die Vernichtung des Hererovolkes». Und wer diesem Massensterben entkam, auf den warteten die zahlreichen im Land errichteten Konzentrationslager, in denen menschenverachtende Lebensumstände nochmals Tausende zu Tode brachten. Kaum weniger schockierend als die Verbrechen selbst sind die kolonialistischen und rassistischen Stereotypen, mit denen die Deutschen ihre Taten vorbereiteten, legitimierten und verherrlichten. «Eingeborene sind sämtliche Blutsangehörige eines Naturvolkes», urteilte etwa das Bezirksgericht Windhoek 1907, weshalb es Ehen zwischen Kolonisten und Einheimischen mit der Begründung verbot, «dass der mit einer Angehörigen einer tieferstehenden Rasse dauernd zusammenlebende Weisse nicht Letztere zu sich emporzieht, sondern von ihr herabgezogen wird; er ‹verkaffert›, wie man hier sagt». Und wie mit den Angehörigen dieses «Naturvolks» im Kriegsfall umzugehen sei, auch daran konnten keine Zweifel bestehen: Man müsse «aufräumen, aufhängen, niederknallen bis auf den letzten Mann, kein Pardon» geben, empfahl etwa ein deutscher Missionar – ungeachtet der Bedenken eigener Art, die die hohe Opferzahl gelegentlich hervorrief: «Wirtschaftlich bedeutet der Tod so vieler Menschen allerdings einen Verlust», urteilte das Gouvernement Windhoek in einem Schreiben an die Berliner Kolonialabteilung. Vergangenheit, die nicht vergeht Doch der Band beschäftigt sich nicht nur mit der eigentlichen Kriegszeit. Er zieht ebenso eine Linie bis in die Gegenwart, zeigt auf, wie sich die Erinnerung an den Krieg gehalten und zugleich gewandelt hat. Deutlich wird das etwa an den von den Besatzern errichteten Denk- und Ehrenmälern: das des stolzen germanischen Reiters in Windhoek etwa – Abgesandter jenes deutschen Reichsadlers, der Tausende Kilometer weiter nördlich, in Dresden, auf einem Globus thront und den Herrschaftswillen des Deutschen Reichs unmissverständlich zum Ausdruck bringt. Während derartige Monumente in Deutschland, wie etwa das Kolonialdenkmal in Bremen, offiziell zu Mahnmalen umgewandelt wurden, vollzog sich solcher Wandel in Namibia ohne amtliche Nachhilfe. Nach der Unabhängigkeit 1990 verzichtete die namibische Regierung darauf, die entsprechenden Monumente abzureissen: Längst hatte die Zeit deren ursprüngliche Aussagen in ihr Gegenteil verkehrt, hatte sie – auch in den Augen des grössten Teils der deutschstämmigen Bevölkerung – die Ehren- längst zu Schandmälern werden lassen. Der Krieg ist noch nicht Geschichte geworden: Im September 2001 reichten Vertreter der Hereros eine Sammelklage gegen zwei damals in den Krieg verwickelte deutsche Unternehmen ein, zwei Jahre später folgte eine Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reichs. Zwar erkannte Bundesaussenminister Fischer 2001 die deutsche Schuld und die daraus erwachsende Verantwortung an. Doch noch im Oktober vergangenen Jahres l