Buch der 1000 Bücher
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Kinder vom Arbat
OT Deti Arbata OA 1987 DE 1988Form Roman Epoche Moderne
Mit dem Roman Die Kinder vom Arbat legte Anatoli Rybakow 1987 eine schonungslose Analyse des stalinistischen Herrschaftssystems vor, an deren Veröffentlichung noch wenige Jahre zuvor nicht zu denken gewesen wäre.
Entstehung: Das Buch entstand während des kulturellen Tauwetters in den 1960er Jahren, doch durfte es erst 1987 in der Sowjetunion erscheinen. Biografischen Hintergrund der Romanhandlung bildet das Schicksal des Autors, der, wie sein Held Sascha Pankratow, in den 1930er Jahren Opfer ungerechtfertigter Verfolgung durch die stalinistische Diktatur wurde.
Inhalt: Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Sascha Pankratow und seiner Freunde, die im Moskauer Viertel Arbat aufwachsen und 1933, dem Jahr in dem die Handlung einsetzt, an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen. Der Student Sascha, ein überzeugter Anhänger des Sozialismus, wird wegen angeblicher politischer Vergehen aus der Universität und dem kommunistischen Jugendverband ausgeschlossen. Er beginnt um seine Rehabilitierung zu kämpfen und gerät dabei immer tiefer in die Mühlen des stalinistischen Willkürsystems. Als er verhaftet wird und sich trotz tagelanger Verhöre weigert, ein Geständnis zu unterzeichnen, wird er als Konterrevolutionär zu langjähriger Verbannung nach Sibirien verurteilt. Parallel zu Saschas Schicksal schildert der Roman die Reaktionen seiner Freunde, die sich auf die eine oder andere Art mit dem Regime zu arrangieren versuchen und sich z. T. durch die Aussicht auf Karriere und materielle Vorteile korrumpieren lassen. Nur Saschas Mutter Sophia Alexandrowna und seine Freundin Warja halten unbeirrt zu dem bei der Staatsmacht in politische Ungnade Gefallenen.
Struktur: In die Handlung eingeschoben sind Kapitel, in denen Josef Stalin auftaucht. In inneren Monologen, in denen sich dokumentarische Fakten und literarische Fiktion vermischen, entwirft Rybakow ein Psychogramm des Diktators. Der Roman endet mit der von Stalin befohlenen Ermordung des Leningrader Parteiführers Sergej Kirow im Dezember 1934, dem Ereignis, das den Beginn des »Großen Terrors«, also der systematischen, massenhaften Verhaftungen der 1930er Jahre markierte.
Durch die Konstrastierung der Handlungsebenen legt Rybakow die Mechanismen der stalinistischen Diktatur bloß: Die von Stalin entworfene Terrormaschine kann nur funktionieren, weil es Befehlsempfängerei und blindwütigen Gehorsam in der Funktionärsebene gibt und weil es dem System gelingt durch die Angst, die es verbreitet und durch die Verlockungen der Macht immer neue Menschen auf seine Seite zu ziehen. Der einfache Bürger Sascha wird dabei, stellvertretend für viele, zu einem Spielball des Apparats.
Wirkung: Die Kinder des Arbat zählt zu den erfolgreichsten der Bücher, die sowjetischen Lesern erstmals in der Gorbatschow-Ära seit Mitte der 1980er Jahre zugänglich gemacht wurden. Weit über die rein litarische Diskussion hinaus leistete das Buch einen zentralen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte um den politischen Umbau und die Bewältigung der totalitären Vergangenheit in der Sowjetunion im Zuge der Perestroika. B. F.
Kurzbeschreibung
Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Sascha Pankratow und seiner Freunde, die im Moskauer Viertel Arbat aufwachsen und 1933, dem Jahr in dem die Handlung einsetzt, an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen. Der Student Sascha, ein überzeugter Anhänger des Sozialismus, wird wegen angeblicher politischer Vergehen aus der Universität und dem kommunistischen Jugendverband ausgeschlossen. Er beginnt um seine Rehabilitierung zu kämpfen und gerät dabei immer tiefer in die Mühlen des stalinistischen Willkürsystems. Als er verhaftet wird und sich trotz tagelanger Verhöre weigert, ein Geständnis zu unterzeichnen, wird er als Konterrevolutionär zu langjähriger Verbannung nach Sibirien verurteilt. Parallel zu Saschas Schicksal schildert der Roman die Reaktionen seiner Freunde, die sich auf die eine oder andere Art mit dem Regime zu arrangieren versuchen und sich z. T. durch die Aussicht auf Karriere und materielle Vorteile korrumpieren lassen. Nur Saschas Mutter Sophia Alexandrowna und seine Freundin Warja halten unbeirrt zu dem bei der Staatsmacht in politische Ungnade Gefallenen.
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