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Graf Brühl
 
 
Graf Brühl (Taschenbuch)
von Jozef Ignacy Kraszewski (Autor), Alois Hermann (Übersetzer)
4.0 von 5 Sternen  (1 Kundenrezension)

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Produktinformation
  • Taschenbuch: 301 Seiten
  • Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 3., Aufl. (April 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 374661306X
  • ISBN-13: 978-3746613062
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 12,5 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: #57.237 in Bücher (Die Bestseller Bücher)
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Produktbeschreibungen
Kurzbeschreibung
Heinrich Graf Brühl (1700-1763) begann seine Karriere am sächsisch-polnischen Hof als Page Augusts des Starken. Bereits mit 31 Jahren war der ehrgeizige junge Mann Geheimrat und Minister. Doch nach dem Tod des Kurfürsten scheint seine Laufbahn zu Ende: Der Thronfolger will Sachsen und Polen gemeinsam mit seinem vertrauten Jugendfreund Sulkowski regieren. Durch List und Intrige gelingt es Brühl, sich unentbehrlich zu machen. Er übernimmt für den trägen Friedrich August II. nach und nach alle politischen Geschäfte. So dient er sich an die erste Stelle im Staat und stürzt schließlich sogar den Grafen Sulkowski.
Kraszewskis spannender Roman beschreibt die jahrelange Rivalität von Brühl und Sulkowski, den beiden so unterschiedlichen Männern, die sich zunächst Freunde nennen, aber später zu erbitterten Feinden werden.

 

Kundenrezensionen

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Auch heute noch ein spannender historischer Roman, 22. Mai 2004
Im Fernsehen lief die hervorragende historische Verfilmung in sechs Teilen: "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" in einer Wiederholung. Dies war Anlass für mich, die dazugehörigen Bücher des Sachsen-Zyklus um August den Starken, des Polen Jozef Ignacy Kraszewski, auf der die sechsteilige Filmreihe beruht, erneut zu lesen. Alle die Bücher des 1812 geborenen und 1887 gestorbenen "Vaters des polnischen Romans" sind ausgesprochen spannend zu lesen und heute noch eine Fundgrube für Historiker jener Zeit. Nicht zu Unrecht wird er meines Erachtens mit Honoré de Balzac und auch Stendhal, den großen französischen Romanciers, verglichen. Seine Romane: "August der Starke", "Gräfin Cosel", "Brühl" und "Aus dem siebenjährigen Krieg" gehören zu den meistgelesenen Büchern dieses Anhängers der polnischen Unabhängigkeitsbewegung. Dem Leipziger LeiV Verlag und dem Aufbau-Verlag gebührt das Verdienst, Kraszewskis Werke neu aufgelegt zu haben.

Der vorliegende Roman "Brühl" erzählt den Aufstieg des langjährigen Premierministers Sachsens unter August III. und endet mit der Entmachtung seines langjährigen früheren Freundes und Widersachers Sulkokowski, dem Favoriten des trägen Thronfolgers und späteren Königs Friedrich August II. Durch List und Intrige erreicht es der durchaus fähige bildschöne Brühl, sich bei Friedrich unentbehrlich zu machen und aufzusteigen. Mit der Entmachtung Sulkowskis 1746 beginnt seine Herrschaft, die er bis zum Tode seines Gönners Friedrich Augusts II. 1763 (Brühl selbst stirbt drei Wochen nach dem König) ausübt. 1763 ist zugleich das Jahr des Endes des siebenjährigen Krieges, in dem Preußen und Brühls Gegner, Friedrich der Große, als Sieger hervorgeht. Diesen Teil ab 1746 schildert Kraszewski in dem Folgeband: "Aus dem siebenjährigen Krieg".

Nun entwirft Kraszewski, der - in der Tradition des Historienromans von Walter Scott sehr breit und ausführlich schreibt - kein angenehmes Bild des Emporkömmlings Brühl. Walter Fellmann gibt allerdings in seinem hervorragenden Nachwort zu bedenken, dass das negative Brühl-Bild, welches im 19. Jahrhundert unumstritten war, durch die Sicht der preußischen Sieger bestimmt worden ist. Heutige Brühl-Biographen zeichnen ein differenzierteres Bild dieses durchaus fähigen Politikers, der fleißig und organisatorisch talentiert an der Seite eines trägen Kurfürsten Sachsen regieren mußte und an der Übermacht Friedrichs II. von Preußen schließlich scheiterte. "SO er die Macht dazu besaß, bewegte er einiges: Die Meißener Porzellananufaktur, deren Direktor erwar, erlebte eine Blütezeit, und in Forst und in Pförten, dem Kern seines Privatbesitzes, entstand eine leistungsfähige Tuchproduktion. Daß den Wettinern nach dem Tode Augusts des Starken die Krone Polens blieb, war wesentlich Brühls Verdiensts. Er galt in Europa als fähiger Diplomat, nur versagte seine Diplomatie letztlich, und das allein zählte. Sachsen war unter den Druck erstarkter Nachbarstaaten geraten, besonders Preußens, das unter Friedrich II. zur "Abrundung des Staates" nach der Einverleibung Sachsens strebte. Brühl...war gegen den mit einsernem Besen herrschenden Preußenkönig chancenlos. Er maßte sich ein Amt an, das ihn überforderte." Diese - zutreffenden - Informatonen Walter Fellmanns muß man bei der Lektüre berücksichtigen, um ein differenziertes Bild Brühls zu bekommen.

Aber insgesamt ein fesselnder historischer Roman in der Tradition Walter Scotts, der - obwohl breit geschrieben - äußerst spannend zu lesen ist.

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