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Nelly lernt tatsächlich spielen, wenn es auch nicht für England reicht. Macht nix, inzwischen hat nämlich William seine Favoritenstellung eingebüßt. Stattdessen nimmt neuerdings Maximilian ziemlich viel Platz in ihrer Gefühlswelt ein. Aber Maximilian knutscht mit der Baketballprinzessin Priscilla und Nellys Vater schläft mit Maximilians Mutter und das wundervolle Teleskop kauft jemand anderes. Aber das größte Unglück ist der Tod von Nellys Ersatzoma Risa, die ihre einzige echte Verbindung zum Judentum war. Überhaupt ist nichts mehr so, wie es am Anfang der Geschichte war. Rasant und unerbittlich strebt die Handlung auf Nellys Bat-Mizwa zu -- Countdown oder Happy End?
Eine absolut ernsthafte, total komische, grandios erzählte Geschichte vom Erwachsenwerden! Wenn wir die letzte Seite gelesen haben, möchten wir sofort nach Berlin aufbrechen, weil wir hoffen, dort all diese verrückten Typen aus dem Roman leibhaftig zu treffen: die Karriere orientierte Mutter, den Musik besessenen Vater, Maximilian im Fledermauslook, den grässlichen Hebräischlehrer, die in den Falschen verliebte Freundin und natürlich Nelly, die im Lauf der Geschichte aus ihrem Kokon kriecht und sich zum Schmetterling entpuppt. Und weil wir wissen wollen, ob Nelly und Maximilian vielleicht doch noch... Nichts ist unmöglich in Berlin, oder? --Urs Umsand
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2002
Mit viel Sympathie bespricht Simone Giesen das erste Jugendbuch der seit dreißig Jahren in Berlin lebenden Amerikanerin. Rahlens kleide die "Kuriositäten des Erwachsenwerdens" in ein amüsantes Gewand, schreibt die Rezensentin und hebt besonders die "starken Dialoge" der Geschichte hervor. Als besondere Stärke dieses "nassforschen" Jugendromans über die Gefühlswirrungen einer Zwölfjährigen hebt die Rezensentin die "angenehme Unbefangenheit" hervor, mit der das Thema "deutsch-jüdisches" Zusammenleben und die nationalsozialistische Vergangenheit behandelt würden. Denn die jugendliche Protagonistin des Buches hat deutsch-jüdische Eltern und steht, wie wir lesen, vor ihrer Bar-Mizwa, worunter die jüdische Variante der Konfirmation zu verstehen ist. Leider werden von der Rezensentin inhaltliche Details dieser Unbefangenheit nur äußerst fragmentarisch wiedergegeben.
© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Zeit, 20.06.2002
Oho: wer seinen IQ unter 148 angesiedelt findet, warnt Horst Künnemann, kann sich das Buch schenken. Für den Rezensenten offenbar kein Problem, kann er der Autorin doch immerhin "überschäumende Geistesgaben, sprungfreudige Ironie wie Sprach- und Reaktionswitz" und noch einiges mehr bescheinigen. Eine "dramatische Figurenkonstellation" etwa oder "funkelnde Dialoge", alles transformiert in eine "flüssig lesbare" Schreibe. Dass sich die Geschichte des 13-jährigen Superhirns Nelly Sue Edelmeister ("mit null Sex- Appeal") anfangs gefährlich einer jugendliterarischen Verarbeitung der Lady-Di-Story vor einem aktuellen Berlin-Panorama nähert ist halb so schlimm, erreicht das Ganze doch schließlich sogar die Doppelbödigkeit einer Anne Fine. Was ist das also für ein Buch? Zusammen mit den beiden anderen Büchern der Autorin ergibt es für Künnemann "eine neuartige Trilogie deutsch-jüdisch-amerikanischer 'Befindlichkeiten'", die nichts Geringeres enthüllt als "dass Deutsche und Juden durch Holocaust und Schoah eine beladene, aber intellektuell - potenziell - fruchtbare Beziehung aneinander kettet".
© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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