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Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 17.06.2000
In einer Doppel-Besprechung widmet sich Konstantin Korosides den folgenden beiden Büchern zum Alten Ägypten:
1) Bob Brier: "Der Mordfall Tutanchamun" (Piper Verlag)
Der New Yorker Professor für Paläopathologie ("die Wissenschaft für Krankheiten in frühester Zeit", so der Rezensent) hat die These aufgestellt, der legendäre Pharao Tutanchamun sei nicht aufgrund einer Krankheit im Alter von neunzehn Jahren gestorben, sondern einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. Sein Indiz: die röntgenologische Untersuchung des Schädels, auf der eine Stelle am Hinterkopf als Folge einer Schlagverletzung deutbar ist. Diese These des "sachlich-anschaulichen" Buches "macht Sinn", so Korosides, weil der junge Pharao, der zunächst von einem Vormund vertreten werden musste, durch seine Volljährigkeit die höfischen Hierarchien bedroht hätte. Nach Brier kommt sein Vormund Haremhab als Mörder in Frage, der anschließend elf Jahre das Land regiert hat.
2) Robert Zacco: "Ich, Nofretete" (dtv)
Der nahezu zeitgleich mit Briers Sachbuch erschienene Roman über die Gemahlin Echnatons versteigt sich, so Korosides, "oft ins Triviale". Ohne sich auf historische Erkenntnisse zu beziehen wird über sexuelle Ausschweifungen Nofretetes und "homosexuelle Lustbarkeiten am Hofe des Pharao" fabuliert und, schlimmer noch, die "berühmten Briefe aus Amarna" werden als Tagebücher Nofretetes bezeichnet. Der Rezensent ist recht empört, aber er lobt dennoch, was ihm gefallen hat, nämlich wie der Autor das Skandalon der damaligen Zeit (14.Jhdt. vor Ch.) nachempfindet: den Versuch der Durchsetzung des Monotheismus durch Echnaton.
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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Der Tote war noch keine zwanzig, und doch ist kein Pharao bekannter als Tutanchamun. Warum mußte der König so jung sterben? Mord, so lautet die These des renommierten Ägyptologen Bob Brier. Als Indizien nennt er Spuren eines Schlages auf den Hinterkopf, einen Fleck, Gewebeverdichtungen. Als weiteren Beweis wertet er einen flehenden Brief, den die Gattin von Tutanchamun an den Hethiterkönig schrieb, bevor auch sie verschwand. In seinem ungeheuer spannenden Wissenschaftsthriller entfaltet Brier das Bild einer beispiellosen Intrige, die vor 3300 Jahren zum Staatsstreich führte und zum undenkbaren Verbrechen: der kaltblütigen Ermordung des gottgleichen Pharaos.
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