Pressestimmen
"Der junge Literaturwissenschaftler Matthias N. Lorenz hat eine umfassende Untersuchung zur Judendarstellung und zum Auschwitzdiskurs im Werk Walsers als Dissertation vorgelegt. Sie enthält auch den Versuch, die Hauptlinien der heftig geführten Debatte um Walsers umstrittenen Skandalroman "Tod eines Kritikers" kritisch nachzuzeichnen..." (FAZ)
"Der Titel "Lorenz, Auschwitz drängt uns auf einen Fleck" stand auf Platz 2 der Empfehlungsliste der Süddeutschen Zeitung. Doch, es habe sich um Antisemitismus gehandelt, behauptet jetzt Matthias N. Lorenz in seiner Abhandlung über Walser, und zwar nicht zufällig. Er durchpflügt das gesamte Werk Walsers mit dem Auge des Verdachts und findet überall hässliche Spuren." (DIE ZEIT)
"Der Kulturwissenschaftler Matthias N. Lorenz hat Walsers Lebenswerk untersucht, denn es beunruhigte ihn die Frage, die tatsächlich nicht nur den Autor betrifft, sondern auch seine Leser: Gibt es in diesem enormen Werk, gibt es in diesen zahlreichen Essays, Theater
stücken und Romanen, die als eine Geschichte des Bürgertums der Bundesrepublik genossen und verstanden worden sind, antisemitische Töne? Lorenz machte es sich nicht leicht. Ohne Pathos, mit glaubwürdiger Schlichtheit und philologischer Akribie forscht hier ein Detektivim erweiterten Auftrag: Indem er das Werk Martin Walsers erkundet, erkundet er auch die Seelenlage der westdeutschen Republik." (DER SPIEGEL)
"In dem soeben erschienenen Buch "Auschwitz drängt uns auf einen Fleck" spürt der Germanist Matthias N. Lorenz den Entwicklungslinien von Martin Walsers literarischen Anfängen bis hin zum umstrittenen "Tod eines Kritikers" nach." (DIE WELT)
"Eine geisteswissenschaftliche Dissertation gehört üblicherweise nicht eben zu dem Stoff, der die öffentliche Erregung befördert. Dass dies nun einer umfassenden, in einem angesehenen wissenschaftlichen Verlag erschienenen Arbeit gelungen ist, kann nicht lediglich am Thema liegen..." "Frankfurter Rundschau)
"Lorenz beginnt seine auf akrib
ischer Textanalyse beruhende Studie mit einer minuziösen Darlegung aller Umstände des Skandalromans von 2002, in dem Walser mit der fiktiven Ermordung Marcel Reich-Ranickis spielt. Die hier freigelegten antisemitischen Subtexte dienen ihm sodann als Hintergrundfolie für den Gang durch das Gesamtwerk. Bereits für den frühen Roman "Halbzeit" von 1960 weist Lorenz nach, dass Walser die Opferrolle der Deutschen im Zweiten Weltkrieg zulasten der jüdischen Opfer hervorhebt." (NZZ)
Elke Schmitter in Der Spiegel 36/2005, S. 156-160
Matthias N. Lorenz, 32, hat Walsers Lebenswerk untersucht, denn es beunruhigte ihn die Frage, die tatsächlich nicht nur den Autor betrifft, sondern auch seine Leser: Gibt es in diesem enormen Werk (...) antisemitische Töne? Ist dieser so berühmte wie unermüdliche Autor nicht erst seit vielleicht 15 Jahren ein problematischer Fall? (...) Lorenz machte es sich nicht leicht. Ohne Pathos, mit glaubwürdiger Schlichtheit und philologischer Akribie forscht hier ein Detektiv im erweiterten Auftrag: Indem er das Werk Martin Walsers erkundet, erkundet er auch die Seelenlage der westdeutschen Republik. (...) Das Ergebnis lautet, kurz gefasst: Beweislast bedrückend. Es sind nicht nur die jüdischen Figuren in Walsers Frühwerk, die, so Lorenz, "zwar als Vertriebene" erscheinen, aber "auch mit bekannten antisemitischen Stereotypen (...) versehen" werden. (...) Überwältigend sind die Belege, die Lorenz zusammenstellt, wo es um das Trauma der Deutschen geht, die sich abgeurteilt fühlen, nicht nur als Verlierer eines Krieges, sondern als Verlierer der Geschichte: würdelos, stigmatisiert, ihrer Identität beraubt.
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