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Kurzbeschreibung
Das neue Abenteuer aus der Actionwelt von "Warhammer 40.000", des größten Science-Fiction-Rollenspiels der Welt. "Der Ordenskrieg" ist die packende Fortsetzung von Ben Counters "Seelentrinker", "Der blutende Kelch" und "Blutrote Tränen" und entführt uns in eine düstere Zukunft, in der letztlich nur eines zählt - zu überleben.
Auszug aus Warhammer 40 000. Der Ordenskrieg von Ben Counter, Kristof Kurz. Copyright © 2008. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
»Präsentiert das Gewehr!«, rief Lord Globus Falken, und Tausende Soldaten hoben ihre Automatikgewehre, um dem Adelspavillon zu salutieren. Die Wächter der vanqualianischen Republik in ihren prächtigen weißen Bärenfellen und mitternachtsblauen, silberdurchwirkten Uniformjacken hatten sich in perfekter Formation auf dem gewaltigen Paradeplatz versammelt. Die Flaggen ihrer altehrwürdigen Regimenter flatterten von den höchsten Turmspitzen Palatiums. Sie waren mit Abstand die größte Streitmacht im gesamten Scaephan-Sektor, die Verteidiger des Obsidian-Systems und stolze Söhne des Planeten Vanqualis. Auch ihre Tracht war ihrem Rang angemessen. Die Offiziere trugen die prächtigen Farben des Hauses Falken, aus dem sie ausnahmslos abstammten. Selbst die Metallverkleidungen der Artillerie und der Panzer glänzten in Blau und Kupfer.
»Recht nachlässig dieses Jahr«, sagte Fürst Luchosin Falken, dessen Uniform so reich verziert war, dass es
den Anschein hatte, als wäre seine breite Gestalt in Hunderte verschiedener, kunterbunter Flaggen gehüllt. Was zum Teil auch der Wahrheit entsprach - schließlich musste er das Symbol jedes Wächterregiments zur Schau tragen. Unbarmherzig brannte die Sonne auf Palatium hinab, vor der der Adelspavillon mit Seidenbahnen abgeschirmt war. Einige Kellnerservitoren rollten umher und servierten Getränke. Dies war einer der wenigen Orte innerhalb des Paradeplatzes, an dem die Hitze einigermaßen erträglich war. Trotzdem schwitzte Fürst Luchosin über die Maßen.
»Globus hat ihnen vorher befohlen, Gräben auszuheben und die Pferdeställe auszumisten«, sagte Lady Akania Falken-Kaal gelassen. Sie stand neben Fürst Luchosin und wirkte schnittiger als die meisten Männer um sie herum. Unter ihrer Kavalleristinnenuniform verbarg sich ein athletischer Körper. Aufgrund eines Jagdunfalls in ihrer Jugend trug sie eine Augenklappe. »Er hat keinen Funken Respekt.«
Lord Sovelin Falken, der unter dem Bärenfell und der schweren, purpurfarbenen Schärpe der vanqualianischen Artillerie ebenfalls tüchtig schwitzte, blickte auf das Meer aus marschierenden Männern und den Wald aus aufgerichteten Automatikgewehren. Diese Demonstration der Stabilität und langen Tradition der vanqualianischen Armee beeindruckte ihn jedes Mal aufs Neue. Weit entfernt von den Regenwäldern, die Palatium umgaben und den gesamten Kontinent Nevermourn bedeckten, gab es Schwarmstädte mit Millionen von Einwohnern, die im Schatten der gewaltigen Fabriken lebten und starben. Ohne die Führung des Hauses Falken und seiner Bräuche wie etwa der Parade der Wächterstandarte hätte schon längst ganz Vanqualis dieses Schicksal geteilt. Doch Nevermourn war immer noch ein Kontinent von unglaublicher, natürlicher Schönheit. Ein Wunder. Und obwohl es in letzter Zeit
Mode geworden war, ihn als rückständig und langweilig zu bezeichnen, so erfüllte er doch Lord Sovelins Herz mit Stolz.
»Globus will sie in ständiger Kampfbereitschaft halten«, sagte Lord Sovelin. »Daran kann ich nichts Falsches erkennen.«
Lady Akania hob ihre unverdeckte Augenbraue.
»Kampfbereitschaft? Diese Armee ist nicht zum Kämpfen da, Sovelin! Wir brauchen sie, um dem Abschaum in den Städten zu zeigen, wer hier das Kommando hat. Ohne sie würden die Menschen am Ende noch bemerken, dass sie in der Überzahl sind. Das Haus Falken regiert durch seine Herrlichkeit, nicht durch Gewalt! Welche Massaker auch auf den Straßen anderswo im Imperium stattfinden mögen - wir handhaben alles auf unsere Art. Stimmt Ihr mir nicht zu, dass dieser Weg der bessere ist?«
»Natürlich, Lady Akania«, sagte Sovelin. Lady Akania war eine seiner Großtanten, und obwohl er nicht viel jünger war, ließ sie nie Zweifel daran, dass sie den Vorrang der Älteren für sich beanspruchte. Die meisten Familienmitglieder im Pavillon standen in der Hierarchie über ihm, was offensichtlich auch der Grund war, warum er zur Artillerie abkommandiert worden war.
»Kampf!«, schnaubte Lord Luchosin verächtlich. »Was für ein Kampf denn?«
Eine gewaltige Salve Gewehrschüsse hallte über die versammelten Truppen hinweg. Zehntausend Soldaten salutierten so den Söhnen und Töchtern des Hauses Falken. Genau zum richtigen Zeitpunkt setzten die Orchester ein und schmetterten die alten Lieder von Krieg und Herrschaft. Disziplinierte Gewehrsalven ertönten im Rhythmus und hallten von den weißen Steintürmen Palatiums und den gewaltigen Baumriesen wider, die im Dschungel um die Stadtmauern herum aufragten. Sie schallten über die Regimentsflaggen und die vergoldeten Adler auf den Minaretten des Tempels des Gottimperators.
»Respektlos«, fauchte Lady Akania. Sie wandte sich um und stampfte wütend davon, wobei sie einen niederrangigen Regimentsoffizier, der ihre Aufmerksamkeit zu erlangen suchte, ungeduldig davonscheuchte. Der Offizier trug ein Feldvoxgerät.
»Jetzt nicht«, sagte Lord Globus. »Das ist wohl kaum der rechte Zeitpunkt.«
»Mein Gebieter«, sagte der Offizier. »Eine Nachricht von Flottenadmiral Thalak.«
»Thalak hat keine Ahnung, was hier gerade vor sich geht«, knurrte Lord Globus. »Der Mann ist ein einfacher Bauer. Er kann warten.«
Sovelin winkte den Offizier zu sich. Der Mann schwitzte stark, was jedoch nicht nur an der Hitze lag. Er trug die Uniform der Mechanischen Kavallerie.
»Die Notruffrequenz, mein Gebieter«, sagte der Offizier.
»Geben Sie her«, sagte Sovelin. Er nahm das Voxset und hielt es ans Ohr. Eine kreischende Rückkopplung ertönte, und er verzog das Gesicht.
»... Thron von Terra!«, rief eine Stimme, die durch das Geheul des statischen Rauschens nur schwer auszumachen war. »Die Sternenläufer ist verloren! Sie haben die Docks getroffen. Sie werden uns alle umbringen! Unser Schicksal ist besiegelt!«
»Sie werden uns umbringen! Hören Sie nicht?«
Flottenadmiral Thalak wurde von den Beinen gerissen, als ein weiterer Ruck durch die Sanctis Chirosian ging, als wäre sie ein Schiff auf hoher See, das mit mächtigen Wellenbrechern zu kämpfen hatte. Thalaks Kopf krachte gegen das Deck, und das Voxset fiel ihm aus den Händen und rutschte klappernd über den Boden.
Heißes Blut spritzte auf ihn. Er hustete, bedeckte das Gesicht mit den Händen und versuchte, sich das Blut mit dem Ärmel seines Marinemantels aus den Augen zu wischen. Der Lärm war unbeschreiblich. Metall kreischte - und Männer schrien auf. Dann verstummten sie, als Stahl auf Stahl prallte.
Thalak rollte sich herum und rappelte sich auf. Das Blut stammte von Bootsfrau van Stae