Aus der Amazon.de-Redaktion
50 Jahre Bundesrepublik Deutschland -- 10 Jahre Mauerfall. Bücher zum Thema Deutschland haben zur Zeit Hochkonjunktur.
Deutsche Republiken. Scheitern und Triumph der Demokratie ist eines davon. Der Journalist Wilhelm von Sternburg hält Rückschau auf "Weimar -- eine Republik auf Abruf", "Das entmachtete Deutschland", "Das kurze Leben der DDR" und "Das demokratische Wunder: Die Bundesrepublik".
Titel und Kapitelüberschriften versprechen mehr, als der Inhalt letztlich einzulösen vermag. Immerhin ist der Autor ehrlich: "Es war nicht meine Absicht, ein 'wissenschaftliches' Buch zu schreiben. Aber ohne die Arbeit der Zeitgeschichtler, Soziologen, Germanisten oder Kulturforscher, die sich mit der deutschen Geschichte des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts auseinandergesetzt haben, wäre es mir nicht möglich gewesen, dieses Land und seine Entwicklung darzustellen." Will heißen: Über das Referieren altbekannter historischer Tatsachen und (im einzelnen unbelegter) Befunde kommt das Werk über weite Strecken nicht hinaus. Originalität blitzt allenfalls bei den Betrachtungen der Bonner Republik auf, deren Weg der Autor ein Gutteil publizistisch begleitet hat. Die neunziger Jahre werden gar nicht behandelt.
Analysen kommen insgesamt zu kurz und lassen Tiefgang eher vermissen. "Blicken wir zurück auf die demokratischen Versuche der Deutschen, den dreimaligen, mit Blick auf die westlichen Nachbarn so verspäteten Anlauf, ihren Staat parlamentarisch zu organisieren, so sind gesellschaftliche und politische Kontinuitäten unübersehbar." Von Sternburg erinnert hier vor allem an die Führungseliten, die bis in die Anfangsphase "der beiden deutschen Demokratien nach 1945" dem Denken des wilhelminischen Obrigkeitsstaates verhaftet waren (Adenauer, Ulbricht und Konsorten), an den "Zufall machtpolitischer Konstellationen in der Weltpolitik", die verhängnisvolle Weltwirtschaftskrise, die kommunistische Fremdbestimmung hier, das amerikanische Interesse an einem demokratisch gefestigten Bündnispartner im Kalten Krieg dort und nicht zuletzt an den "historischen Glücksfall" des Zusammenbruchs des sowjetischen Imperiums. Fazit: biedere Hausmannskost, leidlich informativ. --Roland Detsch
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Den Beginn der gesamtdeutschen Berliner Republik nimmt Wilhelm von Sternburg zum Anlass, sich mit den drei verschiedenen deutschen Staatsformen dieses Jahrhunderts zu beschäftigen. Er zieht Bilanz, analysiert und kommt zu dem Schluss: "Wenn wir auch in Zukunft eine tolerante, freie, mutige Gesellschaft aufbauen wollen, müssen wir begreifen, warum sich von den drei deutschen Republiken allein die Bundesrepublik zu einer stabilen Demokratie entwickelt hat."Wilhelm von Sternburg, geboren 1939 in Stolp/ Pommern, studierte Volkswirtschaft und Geschichte. Zeitungsredakteur, Hörfunk- und Fernsehjournalist, 1989-1993 Chefredakteur Fernsehen beim Hessischen Rundfunk. Seitdem freier Autor, Kommentator für mehrere Landesrundfunkanstalten und Mitarbeiter verschiedener Zeitungen. Lebt in Wiesbaden und in Irland. Veröffentlichungen u.a.: "Arnold Zweig", 1990. "Lion Feuchtwanger. Ein deutsches Schriftstellerleben", 1994. "Deutsche Republiken. Scheitern und Triumph der Demokratie", 1999. Als Herausgeber u.a.: "Geteilte Ansichten über eine vereinigte Nation", 1990. Zahlreiche Fernsehportraits.
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