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Der Scherz
 
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Der Scherz (Taschenbuch)

von Milan Kundera (Autor), Susanna Roth (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 349 Seiten
  • Verlag: Dtv (April 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423125217
  • ISBN-13: 978-3423125215
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,9 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: #58.017 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Der Spiegel
Als Ironie gefährlich war
Im Jahr 1968, als Milan Kunderas erster Roman „Der Scherz“ auf Deutsch erschien -- damals im österreichischen Molden-Verlag, er hatte das Buch 1967 in Prag veröffentlicht -- war es einmal wieder so weit: Sowjetische Panzer und zumindest ideell ihre zwangsverpflichteten Verbündeten im Warschauer Pakt (darunter auch die Nationale Volksarmee der DDR, die ich gerne noch nachträglich in Gänsefüßchen schreiben würde, wenn es denn der Geschichtsschreibung etwas nützte) hatten den „Prager Frühling“ niedergewalzt; dem „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“, wie sich der Aufbruch des Dubček-Sozialismus hoffnungsfroh titulierte, ein Ende gesetzt; alle Hoffnungen der Koexistenz, des „Wandels durch Annäherung“ unter Panzerketten und durch die wiederkehrende Willkür zahlreicher illegaler Verhaftungen mit den nötigen Begleiterscheinungen des Terrors und mundtot Machens jeglicher Opposition zunichte gemacht.

Die Rezensenten des fulminanten Romanerstlings des Brünners Kundera (Mitglied des oppositionellen tschechoslowakischen Schriftstellerverbands), der essayistische Klarheit – durchaus auf den Spuren Montaignes -- mit erzählerischem Schwung und einer geschickten Perspektiven-Konstruktion verbunden hatte – diese Rezensenten von ’68 hatten durchaus das erneute Tottreten jeder Hoffnung zum Motiv.

Dabei hatte der Roman „Der Scherz“ von solcher Hoffnung gar nicht gezehrt, erst recht nicht auf sie gesetzt. Nach 1968, als der Prager Frühling wieder einer neuen kommunistischen Eiszeit hatte weichen müssen, hatte der große mährische Erzähler den privat-öffentlichen Schlüsselroman dieser Epoche geschrieben: „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, der nun nicht einmal mehr zuerst in der Muttersprache Kunderas erscheinen konnte. Fortan musste sich der große Erzähler, der sich stark aus den sprachlichen, ja folkloristischen Wurzeln seiner Herkunft speist, auf die er sich gerne, wäre sie nicht von den Kommunisten mit Füßen getreten worden, berufen hätte, im Französischen eine neue Sprachheimat suchen – was seiner Prosa ihre melancholisch-skeptische Eleganz gibt: Er schreibt fortan als abgeklärter Rebell, wobei die Betonung auf der Rebellion, dem Aufbegehren des individuellen Gefühls liegt.

Damals, im „Scherz“, hatte er nicht etwa optimistisch auf den Aufbruch zu neuen sozialistischen Ufern gesetzt. Nein, dazu war der 1929 geborene Menschenkenner, der sich auch glänzend auf die Satire versteht, zu gescheit, zu lebensgeprüft.

Er hatte vielmehr seine Geschichte, die 1948 begann, beim kalten, durch die Sowjetunion bewerkstelligten Staatsstreich, der sich als Jugendrevolution gab und eine stalinistische Kader-Veranstaltung war, in den sechziger Jahren in einem Sumpf sozialistischer Banalitäten enden lassen: Fett gewordene, glatzköpfige, sich in ihrer Karrieristen-Eitelkeit erschöpfende Teilhaber der angeblichen proletarischen Revolution vor der Schwelle des paradiesischen Sozialismus erlebten eine ersc