Aus der Amazon.de-Redaktion
Irgend etwas kann mit der Prozdac-Dosierung für Chris Schwartz Vater nicht gestimmt haben, denn als er eines schönen Morgens erwachte, stellte er fest, dass seine rechte Gesichtshälfte taub geworden war. So könnten Romane beginnen, deren Autoren hoffen, dass die Leser die literarische Anspielung (hier eben auf Franz Kafka) verstehen und darüber bereits so glücklich sind, dass die das Genie des Zitierten mit dem des Zitierenden verwechseln. Romane, die Creative Writing Seminaren entsprungen sind und nach dem fulminant postmodernen, unglaublich intertextuell wirkenden ersten Satz gnadenlos abflachen. Oder grandiose Bücher wie
Eine amerikanische Familie von Matthew Sharpe, die eben von einer kafkaesken Welt erzählen, die inmitten der USA Realität geworden ist: von Eltern, die sich betrügen, von beruflich wie privat gescheiterten Vätern, die nur noch in der medikamentösen Betäubung existieren, von drogenexperimentierenden Söhnen und religiös fanatischen Töchtern -- kurz: vom ganz normalen Wahnsinn, der in Bushs Amerika zu kursieren scheint. Wenn man das dermaßen witzig und traurig tut, wie es Sharpe in diesem Roman gelingt, wirft man gern alle Vorurteile über erste Sätze über Bord.
Matthew Sharpe kann bereits mit einer populären Fangemeinde aufwarten. Ann Tyler fand seine Familiengeschichte frisch, witzig, schräg, und der Shooting Star der Belletristik-Szene DBC Pierre meinte gar, der Autor und Dozent für Kreatives Schreiben an der Columbia University habe mit einer brillanten und bewegenden Geschichte das heutige Amerika mitten ins bittersüße Mark getroffen. Tatsächlich hat auch die US-amerikanische Kritik Eine amerikanische Familie mit Jonathan Franzens Die Korrekturen verglichen, und auch, wenn man als Franzen-Freund ein derartiges Urteil vielleicht nicht ganz teilen mag, so stimmt es doch: Eine amerikanische Familie ist mit Sicherheit eine der großen Überraschungen des Bücherfrühjahres 2005. --Stefan Kellerer
Pressestimmen
"Matthey Sharpe ist ein Meister der Ironie, der dennoch auch andere Menschen zu mögen scheint." (The New York Times)
Alle Produktbeschreibungen