Aus der Amazon.de-Redaktion
Connor hat das Schlimmste noch vor sich. Aber auch der Anfang war schon schlimm genug. Vor acht Stunden ist der Ich-Erzähler von Morton Rhues Roman
Boot Camp von einem Mann und einer Frau aus dem Ferienhaus seiner reichen Eltern heraus gekidnappt worden, jetzt sitzt er gefesselt in einem Wagen. Aber die Entführer wollen gar kein Lösegeld erpressen: das Geld für ihren Coup haben sie schon längst erhalten und werden es auch weiterhin. Und zwar von Connors Eltern, die monatlich bezahlen. Ihr Sohn ist ihnen einfach zu aufmüpfig geworden. Der Mann und die Frau sind Transporteure. Sie bringen Connor in ein Lager für schwer erziehbare Jugendliche, sarkastischer Weise Lake Harmony genannt, in dem ihm der rechte Drill und der Respekt vor Autoritäten eingeschärft werden soll, und das auch mit Gewalt. Was dann folgt im Roman
Boot Camp, ist so erschütternd, dass man es eigentlich gar nicht glauben will.
Hierzulande wurde der New Yorker Jugendbuch-Autor Morton Rhue vor allem durch seinen Roman Die Welle bekannt, der illustrierte, inwieweit sich junge Menschen auch heute noch (und auch außerhalb Deutschlands) für faschistische Ideale begeistern lassen. Diesmal hat er sich ein anderes brisantes Thema der US-amerikanischen Gesellschaft vorgenommen. Denn Boot Camps wie das im Roman beschriebene existieren wirklich, 50 bis 100 schätzungsweise. Eltern mit Geld, die ihre Kinder einer reinigenden Gehirnwäsche unterziehen wollen, um sie gefügig -- oder auch gläubig im religiösen Sinn -- zu machen, können ihre Sprösslinge dorthin abschieben. Minderjährige haben keine Chance zu entkommen. Diesem Schicksal entrinnt Connor zwar. Aber der letzte Satz des Buches signalisiert, dass er eine Entwicklung genommen hat, die auch seinen Eltern unheimlich sein muss.
Allein schon dafür, dass Rhue sich dieses Themas angenommen hat, gebührt dem Autor höchster Respekt. Aber er hat auch ein überaus spannendes Buch vorgelegt, das, ebenso wie Die Welle, unbedingt wieder Schulstoff werden sollte. Ab zwölf Jahre. --Stefan Kellerer
Kurzbeschreibung
Hölle Umerziehungsanstalt
Ist Liebe Sünde? Nein, denkt der 16jährige Connor, doch seine Eltern sehen das anders. Die Beziehung zu seiner doppelt so alten Lehrerin ist ihnen ein Dorn im Auge. Seine Intelligenz und sein aufmüpfiges Verhalten passen nicht zu ihrer Vorstellung von einem perfekt funktionierenden Sohn. Sie stecken ihn in das Erziehungslager Lake Harmony– nur zu seinem Besten, versteht sich. Doch sie hätten sich das Lager besser vorher angeschaut.
In seinem neuen Roman „Boot Camp“ zeichnet der erfolgreiche Autor Morton Rhue ein erschütterndes Bild von amerikanischen Erziehungsanstalten – und davon, wie sie Jugendliche zerstören.
Erniedrigung, körperliche Gewalt und brutale Hackordnung – so sieht der Alltag von Connor aus, seit seine Eltern ihn ins „Lake Harmony“ gesteckt haben. Handlanger haben ihn entführt, ihn wie einen Kriminellen mit Handschellen gefesselt und in das hunderte von Meilen entfernte Camp gesteckt. Hier soll er Respekt vor seinen Eltern lernen, soll so werden, wie sie es gerne hätten. Und das alles nur, weil er in Sabrina verliebt ist und nicht den Lebensstil seiner Eltern annehmen will. Connor sieht nur eine Lösung – die Flucht. Doch wird er den Häschern entkommen können?
Morton Rhue ist in Amerika ein vielbeschäftigter Kinder- und Jugendbuchautor. Sein Roman "Die Welle" hat ihn auch in Deutschland berühmt gemacht, das Buch ist seit über 20 Jahren Schullektüre an deutschen Schulen. In "Ich knall euch ab!" (2002) und "Asphalt Tribe" (2004) hat Rhue gesellschaftlich heiße Eisen angepackt: Amoklauf an einer Schule und Obdachlosigkeit bei Jugendlichen. Auch Boot Camp wird die Leser berühren.
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