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Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 11.12.2002
Zwischen Sachbuch und fiktivem Erlebnisbericht, so Nico Bleutge, changiert Jens Jensens Schicksalsbericht der Pamir, eines stolzen deutschen Windjammers, der 1957 auf spektakuläre Weise während der Rückreise von Argentinien kenterte und viele Besatzungsmitglieder in den Tod riss. Der Hamburger Autor, dem, wie Bleutge bemerkt, eine jungenhafte Begeisterung für Schiffe deutlich anzumerken ist, hat gründlich in Archiven recherchiert, Zeitzeugen befragt und darüber hinaus, wundert sich Bleutge, einen Abenteurer als Erzähler erfunden, der ebenfalls zur See gefahren und alles aufgeschrieben haben soll, bevor er auf einer seiner Reise für immer verschwand. Dieser Erzähler trägt - Zufall ausgeschlossen - den Namen des Autors, eine Bleutge nicht ganz einleuchtende Konstruktion. Doch davon abgesehen bleibe Jensen dicht an der Geschichte des Schiffes, kapitelweise würden die großen Reisen des Schiffes abgehandelt, so dass nebenbei ein Generationen- und Zeitporträt entstanden ist, das vom Leben der Matrosen und ihrer Kapitäne, von den Unwägbarkeiten des Meeres wie der politischen Verhältnisse berichtet. Ab und an geht dem Erzähler, stellt Bleutge nachsichtig fest, die nostalgische Ader durch, doch habe dies seinen Leseeifer nicht gebremst.
© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
1957 endete die Epoche der Windjammer mit dem Untergang der Pamir. Ein Hurrikan wurde dem berühmten Schiff zum Verhängnis: Die Pamir sank - es gab nur sechs Überlebende. Der Lebenslauf der Pamir liest sich wie eine Abenteuergeschichte: Als Frachtsegler 1905 für die legendäre Reederei Laeisz in Hamburg vom Stapel gelaufen, kam sie in der ganzen Welt von Chile bis Neuseeland zum Einsatz und überstand zwei Weltkriege. Das Drama ihres Untergangs ging weltweit durch die Presse und erregte vor allem in Deutschland die Gemüter. Das legendäre Schiffsunglück - spannend und auf der Grundlage neuer Erkenntnisse erzählt. "Ein Sachbuch und zugleich eine Liebeserklärung an die Zeit der großen Windjammer." Süddeutsche Zeitung